Buchtipp: „Die Inkommensurablen“ von Raphaela Edelbauer

Keine Historienschnulze sondern ein sprachlich und stilistisch fesselnd erzählter Roman. „Die Inkommensurablen“ von Raphaela Edelbauer spielt an einem einzigen Tag im Juli 1914 in Wien. Den Pferdeknecht Hans treibt es von Tirol in die Metropole, wo er eine Psychoanalytikerin aufsuchen will. Dort trifft er den jungen Adligen Adam und die Mathematikerin Klara.

Die Menschen spüren, sie stehen vor einer Zäsur. Sie schwanken zwischen Ängsten und Sehnsucht nach Ablenkung. Spirituelles und Übersinnliches haben Hochkonjunktur. Nichts passt zusammen – alles ist „inkommensurabel“. Steht man am Abgrund oder vor dem Aufbruch in die Moderne? Mitreißend erzählte Geschichte mit mehrdimensionalen Figuren im Babylon Wien.

Raphaela Edelbauer:
„Die Inkommensurablen“
Klett-Cotta, 350 Seiten, 25 Euro.

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Auch als Hörbuch, gelesen von Cornelius Obonya

Buchtipp: „Die Liebe an miesen Tagen“ von Ewald Arenz

Da ist er nun, der neue Roman von Ewald Arenz. „Alte Sorten“ und „Der große Sommer“ hatten ja bereits für Begeisterungsstürme gesorgt, weshalb nun das neueste Buch „Die Liebe an miesen Tagen“ mit größter Spannung erwartet wurde. Es geht um Clara und Elias, die im schon etwas reiferen Alter die Liebe völlig neu entdecken.

Sensationell sind sie schon, die Schmetterlinge im Bauch, die beide spüren. Aber schon bald wandern die persönlichen Erwartungen und die akuten Nichtigkeiten in den Vordergrund und machen es kompliziert, wirklich zueinander zu finden. Wie in den anderen Erfolgsbüchern erzählt Ewald Arenz auch diesen Roman konsistent chronologisch und eher konventionell, dabei mit sehr viel Einfühlungsvermögen für die Protagonisten und die Atmosphäre. Genau das richtige Buch für verschneeregnete Tage.

Ewald Arenz
„Die Liebe an miesen Tagen“
DuMont, 384 Seiten, 25 Euro

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Dankeschön an alle Kundinnen, Kunden

Wir danken allen Kundinnen, Kunden und Fans von Sternkopf & Hübel für die Treue im vergangenen Jahr!

Auch 2023 erfreuen wir Euch wieder sehr gerne mit den neuesten Buchsensationen, den ewig schönen Kinderbuchlongsellern, mit ganz speziellen Geheimtipps und vielen anderen schönen Dingen. Wir freuen uns auf Euch. Bleibt uns gewogen!

Vergesst Harry – die wirklich interessanten Neuerscheinungen 2023

Fühlt Ihr Euch bereit für das neue Literaturjahr 2023? Wollt Ihr wissen, was vielleicht die Belletristik-Knaller der kommenden Monate sein werden? Da kommt Spannendes auf uns zu. Nach der ersten Durchsicht der Vorschauen und ersten Blicken in die Leseexemplare fallen folgende Titel auf:

Arno Geiger: „Das glückliche Geheimnis“
Hanser Verlag, Januar, gerade erschienen!
Der österreichische Autor schreibt über sein jugendliches Doppelleben und wie es ist, Schriftsteller zu werden. Nicht immer glamourös.

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Ewald Arenz: „Liebe an miesen Tagen“
DuMont, 16. Januar
Liebe ist schön, aber vor allem kompliziert, gerade, wenn man nicht mehr zwanzig ist.

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Annie Ernaux: „Der junge Mann“
Suhrkamp, 16. Januar
Wer etwas Französisch drauf hat, kann das schmale Bändchen gut auf Französisch lesen, Liebesbeziehung einer älteren Frau mitbringen Jungspund, gar keine Amour fou.

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Juli Zeh / Simon Urban: „Zwischen Welten“
Luchterhand, ca. 25. Januar
E-Mail / WhatsApp Schlagabtausch zwischen Theresa und Stefan über Klima, Gendern, Staat

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Clemens Setz: „Monde vor der Landung“
Suhrkamp, ca. 13. Februar
Schräger Anwärter auf den Deutschen Buchpreis, natürlich aus Österreich

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Irina Kilimnik: „Sommer in Odessa“
Kein & Aber, ca. 28. Februar
Tolles Debüt der ukrainischen Autorin

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Judith Hermann: „Wir hätten uns alles gesagt“
Fischer, ca. 15. März
Autobiographischer Text über Kindheit, Schreiben, Leben

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Helga Schubert: „Der heutige Tag – Ein Stundenbuch der Liebe“
dtv, ca. 16. März
Memoir über die 50-jährige Liebe, Pflege des Ehemannes, die Beziehung ihres Lebens

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Rónán Hession: „Leonard und Paul“
Woywod & Meurer, ca. 20. März
Geheimer Geheimtipp aus Irland, skurril und warmherzig

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Robert Seethaler: „Das Café ohne Namen“
Claasen, ca. 26. April
Aufbruch der Stadt Wien und Aufbruch eines Mannes, der ein Café aufmacht und damit das Leben vieler Menschen verändert.

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T.C. Boyle: „Blue Skies“
Hanser, ca. 15. Mai
Die Natur wehrt sich: Hitze, unberechenbare Tiere … Kult mit Humor.

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Buchtipp: „Der Flug der Stare“ von Giorgio Parisi

Wer hat nicht schon die magischen Starenschwärme in Rom bestaunt. Den italienischen Physiker Giorgio Parisi haben die Vögelchen dazu inspiriert, komplexe Systeme zu erforschen, wofür er 2021 mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet wurde. Über seine wissenschaftliche Arbeit hat er ein unterhaltsames Büchlein veröffentlicht. In „Der Flug der Stare“ erzählt er, wie er auf die Fragestellungen gekommen ist und wie er sie fachübergreifend bearbeitet hat. Dabei ging es nicht nur um die Stare, sondern auch um Fischschwärme und Moleküle sowie Atome. Wie kommen Wasseratome auf die Idee, mal eben alle gemeinsam zu gefrieren?

Miteinbezogen hat Parisi dabei neben der Physik auch Chemie, Mathematik, Informatik und weitere Fachgebiete. Sehr spannend zu lesen ist auch, welche wichtige Rolle die Intuition in seiner wissenschaftlichen Arbeit spielt. Ein unterhaltsames Buch für Naturwissenschaftler wie auch für Nichtnaturwissenschaftler, die hier die Faszination dieses Themas entdecken können.

Giorgio Parisi:
„Der Flug der Stare – Das Wunder komplexer Systeme“
S. Fischer Verlag
23 Euro

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Best of 2022: Unsere Lieblingsempfehlungen für Euch

Bevor die ersten Novitäten des noch jungen, Jahres herauskommen, noch ein Blick zurück auf das ereignisreiche vergangene Jahr. Unsere Best of der Neuerscheinungen 2022 für Euch. Das Ergebnis der unabhängigen, total subjektiven Sternkopf & Hübel Jury:

👉 Amor Towles: „Lincoln Highway“ – Zwei Brüder auf einer Odyssee durch Nordamerika
👉 Mariette Navarro: „Über die See“ – Achtung, das Schiff lebt, das Meer auch
👉 J. L. Carr: „Leben und Werk der Hetty Beauchamp“ – Junge Frau sucht ihre Mutter und ihren Weg, very british
👉 Dörte Hansen: „Zur See“ – Sie kommen nicht weg von der Insel und vom Meer …
👉 Martin Kordić: „Jahre mit Martha“ – die zärtlichste verbotene Liebe des Jahres
👉 Sven Pfizenmaier: „Draußen feiern die Leute“, Langweiler, Rankepflanze und Traummädchen suchen vermisste Jugendliche
👉 Tomi Obaro: „Freundin bleibst du immer“, drei Frauen, Töchter und eine Hochzeit in Lagos
👉 Kristin Valla: „Das Haus über dem Fjord“, jede Familie hat ihr Geheimnis, aber dies ist unglaublich, bestes Ende des Jahres
👉 Honorée Fanonne Jeffers: „Die Liebeslieder des W.E.B. Du Bois“, die Geschichte des Mädchens Ailey und des Black America
👉 Fatma Aydemir: „Dschinns“, über die Geister, die so manche Familie beherrschen
👉 Bettina Flitner: „Meine Schwester“, Kindheit und Jugend in Hannover und Celle, Krähen der Depression werfen ihre Schatten; die Autorin kommt am 1.3. nach Celle zu „Kunst & Bühne“.

Buchtipps aus Celle auf Deutschlandfunk Kultur in „Lesart“

Auf Deutschlandfunk Kultur „Lesart“ durften wir drei Bücher zu empfehlen:

Claire Keegan: Kleine Dinge wie diese, Steidl Verlag, 112 Seiten, 20 Euro /// Eine wundervolle Weihnachtsgeschichte aus Irland über den Kohlehändler Bill Furlong, der vor einer besonderen Entscheidung steht. Eine naturalistisch und sensibel erzählte Story im Stil von Charles Dickens.

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Honorée Fanonne Jeffers: Die Liebeslieder des W.E.B. Du Bois, Piper, leider nur 992 Seiten, 28 Euro /// Eine große „American Novel‘ aus Sicht des schwarzen Amerikas. Protagonistin ist Ailey, die wir durch Kindheit, Jugend und das Erwachsenwerden begleiten, eng verknüpft mit der Geschichte ihrer Vorfahren ab Mitte des 18. Jahrhunderts. Sprachlich klug nuanciert erzählt, bestens übersetzte Familiengeschichte.

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Anna Woltz: Nächte im Tunnel, Carlsen Verlag, 224 Seiten, 16 Seiten, empfohlen ab 14 Jahren, super geeignet auch für Erwachsene /// Ella sucht zusammen mit ihrem Brüderchen 1940 vor den deutschen Bomben Zuflucht in der Londoner U-Bahn. Sie findet zwei außergewöhnliche Freunde. Eine bewegende Geschichte über den Lebenswillen und die Freundschaft in schwierigen Zeiten.

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Nachzuhören ist dieses Juwel deutscher Rundfunkkunst auf der Seite von Deutschlandfunk Kultur „Lesart“ oder im entsprechenden Podcast.

Der Link zur Website:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/buchhandlung-sternkopf-huebel-in-celle-dlf-kultur-ec1e7da4-100.html

Buchtipp: „Demokratie braucht Religion“, von Hartmut Rosa

Dr. Andrea Burgk-Lempart, die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Celle, empfiehlt ein Buch, das ihr ganz besonders am Herzen liegt: „Demokratie braucht Religion“ von Hartmut Rosa:

„Öfter begegnet mir in Gesprächen die Frage: Braucht unsere Gesellschaft eigentlich die Kirche noch? Und wenn ja, wozu? Der renommierte Soziologe Hartmut Rosa beantwortet die erste Frage mit einem klaren Ja und legt eine präzise und bestechende Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation vor.

Es mangelt unserer Gesellschaft an der Fähigkeit zum Hören. Andersdenkende werden häufig genug nicht als Dialogpartner wahrgenommen, sondern als Gegner oder gar Feinde. Die besondere Kraft von Kirche und Religion sieht Rosa in der Fähigkeit, sich von Gott anrufen zu lassen. Ihn um ein hörendes Herz zu bitten und sich durch die Begegnung mit anderen verändern zu lassen. Ein wichtiger Beitrag für ein erfülltes Leben als Einzelne und ein gelingendes Zusammenleben in der Gemeinschaft. Eine anregende Lektüre zur Frage der Bedeutung von Kirche in der modernen Gesellschaft.“

Hartmut Rosa:
Demokratie braucht Religion
Kösel Taschenbuch, 80 Seiten, 12 Euro

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„DAS liest“ im NDR kam im Dezember aus Celle. Dieses Mal war das NDR-Team bei Sternkopf & Hübel.

Zwei Bücher durften wir empfehlen:

Martin Kordić: Jahre mit Martha
S. Fischer Verlag, 288 Seiten, 24 Euro
Der in Celle geborene Autor hat die Coming-of-Age-Geschichte eines Jungen aus einer Einwanderer-Familie mit einer bewegenden Liebesgeschichte verbunden.

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Honoré de Balzac: Cousine Bette
Übertragen von der aus Celle stammenden, renommierten Übersetzerin und Autorin Nicola Denis, Matthes & Seitz Verlag, 606 Seiten, 38 Euro Der neuübersetzte Klassiker liefert ein farbenprächtiges Sittengemälde der Pariser Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Regie führen starke Frauen, die kraftvoll ihre Interessen durchsetzen.

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Der Beitrag ist in der NDR Mediathek zu sehen:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/DAS-liest-Buch-Tipps-im-Dezember,dasx30472.html

Vom Kunden empfohlen: „Lektionen“ von Ian McEwan

Der persönliche Tipp unseres Kunden, Bernd Rühe: der neue Roman „Lektionen“ von Ian McEwan: „Eine fesselnde und erhellende Lektüre – unbedingt zu empfehlen“.

Es geht um um den jungen Vater Roland Baines. Seine deutsche Frau hat ihn verlassen, weil sie nur ohne ihn und das Kind meint, zu einer erfolgreichen Schriftstellerin werden zu können. Er blickt auf ein bewegtes Leben zurück, bis in die Internatszeit, als seine übergriffige Klavierlehrerinzu ein problematisches Verhältnis mit ihm beginnt. Ebenso prägend wirkt der zeitgeschichtliche Hintergrund, unter anderen die Kubakrise, die Katastrophe von Tschernobyl und der Mauerfall.

Eine sehr intime Geschichte über Liebe, Begabungen, Grenzen Brüche und Vergebung.

Ian McEwan: Lektionen
Diogenes, 708 Seiten, 32 Euro

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