Endlich da: „Trag das Feuer weiter“, der neue Roman von Leïla Slimani. Da ist der bereits gefeierten Autorin wieder ein ganz tolles Buch gelungen. Es geht um die in Paris lebende Schriftstellerin Mia, die krank ist und sich in einer Schreibkrise befindet. Ein Neurologe empfiehlt ihr, sich mit der den Wurzeln ihrer Herkunft zu beschäftigen und so ihre Erinnerungen wiederzubeleben. Diesem Rat folgt sie.
Sie begibt sich auf die Zitrusplantage ihrer Großeltern in Marokko und vergegenwärtigt sich das bewegte Leben ihrer Mutter, ihres Vaters und ihre eigene Kindheit im marokkanischen Casablanca. Als Kind erlebte Mia den Widerspruch zwischen Tradition und Moderne in dem islamischen Land, später dann die Kluft zwischen Marokko und der Kultur in Frankreich, wo sie zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Inés ihr Studium verbrachte. Sehr nah kommen wir auch den Eltern, die sich für ihr Land Marokko engagiert haben und gleichzeitig versuchten, ihren Töchtern ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. Ein wunderbares Buch und grandioser Abschluss ihrer autofiktionalen Familientrilogie.
Leïla Slimani: „Trag das Feuer weiter“
Aus dem Französischen von Amelie Thoma
Luchterhand Verlag, 448 Seiten, 25,-
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