(05141) 934177 sternkopf.huebel@web.de

Margarete, Marianne, Monika und Miriam – drei Frauen im Spiegel deutscher Geschichte – der Debütroman von Miriam Carbe

In ihrem ersten Buch „Unerwünschte Töchter“ erzählt Miriam Carbe die Geschichte dreier ihrer Vorfahrinnen und ihre eigene. Als Grundlage dienen ihr Tagebücher und andere Aufzeichnungen der vier Frauen: Margarete, Marianne, Monika und Miriam.

Der Roman beginnt um 1900, reicht bis in die Gegenwart und spiegelt damit die deutsche Geschichte dieser Zeit wider, mit der das Schicksal der vier Frauen besonders verknüpft ist. Es gibt Konstanten im Leben der Protagonistinnen über die Generationen hinweg: Alle vier Frauen waren bei ihrer Geburt eigentlich unerwünscht, sie erlebten ungewollte Ortswechsel und damit das schmerzhafte Kappen von Wurzeln und alle erlitten Verlusterfahrungen hinsichtlich Brüder, Söhne und Partner. Die Frauen sahen sich immer wieder auf sich gestellt im Ringen um Selbstbehauptung gegen die besonderen Herausforderungen der jeweilige Zeit, von der Kaiserzeit, über den ersten Weltkrieg, den Nationalsozialismus mit zweitem Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit und die 60er Jahre. Und alle vier hatten einen besonderen Zugang zu Büchern und zum Schreiben.

Bemerkenswert ist die Erzählweise des Buches. Der Fokus wechselt von Frau zu Frau, unterbrochen von realen Zeugnissen und von Reflexionen der Autorin, die Verbindungen zu sich selbst und in die Gegenwart herstellt. Daher setzt der Roman – wie kaum ein anderes Buch – Impulse, sich mit der eigenen Familienvergangenheit auseinanderzusetzen: Welche große Entwicklungslinien gibt es in meiner Familie, welche einschneidenden Erfahrungen gab es wohl – und was davon gebe ich wohl meinen Kindern weiter …
Ein Buch, das einen so schnell nicht loslässt.

Miriam Carbe: „Unerwünschte Töchter“
Hanser Verlag, 575 Seiten, 26,-
Ansehen im Onlineshop