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Lüneburger Heide: Geschichten hinter der Idylle

Ein wichtiges Buch für unsere Stadt und unsere Region: „Wo der Wind die Namen trägt“ von Anja Jonuleit. Inge, heute über 80 Jahre alt, wird zu einem Klassentreffen in ihrer alten Heimat in der Lüneburger Heide eingeladen. Sie verbindet mit dieser Gegend viele auch unangenehme Erinnnerungen an das Ende des zweiten Weltkrieges und die unmittelbar folgenden Jahre. Mit zwiespältigen Gefühlen macht sie sich auf den Weg und stellt sich der Vergangenheit. Und dann ist da noch Helga, eine junge Journalistin, die mit der (zeitweiligen) Schließung der Celleschen Zeitung zum Ende des zweiten Weltkriegs ihre Arbeit in der Redaktion der Tageszeitung verloren hatte. Sie will in einer Dokumentation die Ereignisse jener Zeit festhalten. Dazu gehören auch das Massaker von Celle, das Leiden in KZ-Außenlagern und der Aufenthalt von Adolf Eichmann in der Lüneburger Heide, aber auch weitere sehr schmerzhafte Erlebnisse und Beobachtungen der Protagonisten. In jener Zeit trifft dieses Vorhaben auf wenig Zustimmung. Wie ist man mit den Greueln in einer an sich idyllischen Landschaft umgegangen. Anja Jonuleit ist ein berührender Roman gelungen, der trotz der beschriebenen Ereignisse sehr gut lesbar ist. Ein Buch, das wir uns nicht ersparen können.

Anja Jonuleit: Wo der Wind die Namen trägt
Bertelsmann Verlag, 384 Seiten, 24,-
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