Es wird ernst in Deutschland, insbesondere in den den östlichen Bundesländern, aber auch anderswo. Für ihr Buch „Extremwetterlagen – Reportagen aus einem neuen Deutschland“ bereisten vier AutorInnen die neuen Bundesländer. Sie erzählen von einer Gesellschaft, in der „Demokratie“ zu einem negativ konotierten Begriff geworden ist, wo Ressentiments gegen alle andere schon von Kindern und einer gefühlten Mehrheit lautstark und gewaltbereit vertreten werden und wo die, die sich grundlegend demokratisch betätigen, eingeschüchtert werden. Dennoch gibt es sie sogar auch dort immer noch: Leute mit einer menschenfreundlichen Haltung, die sich nicht beirren lassen und sich sich für eine liberale und humane Zivilgesellschaft einsetzen.
Manja Präkels und Alexander Leistner waren in Celle, erzählten und diskutierten entlang ihrer bemerkenswerten Texte auf Einladung und gefördert von der Heinrich-Böll-Stiftung und der VHS Celle.
Eine wichtige Erkenntnis: Neutralität in Schulen und im Alltag hilft nur den Extremen. Die Aufgabe lautet: Safe Places, Diskussion, den Austausch, das Gespräch suchen und pflegen, Verbündete suchen. Und dieses Buch lesen.
Die Autoren, die gerade unermüdlich durch die Lande fahren und dabei Optimismus verbreiten („Hoffnung ist, wenn man noch etwas tun kann“), geben SchülerInnen und allen, die sie treffen, gerne eine Aufgabe auf mit auf den Weg, die so kitschig klingt, aber wohl elementar wichtig ist: „Sucht Zeichen der Liebe und der Hoffnung! Ihr werdet einiges finden.“
Alexander Leistner / Manja Präkels / Tina Pruschmann / Barbara Thériault: Extremwetterlagen – Reportagen aus einem neuen Deutschland
Verbrecher Verlag, 206 Seiten, 20,-
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