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„Wie konnte das geschehen?“ Lesung und Gespräch mit Götz Aly über den Nationalsozialismus von 1933 bis 1945

Ein Abend mit dem Historiker Götz Aly im bitterkalten Bomann Museum: die Veranstaltung ausgebucht und das Interesse an seinem neuesten Buch überwältigend, was zeigt, dass viele eine Antwort suchen auf die Frage, die der Titel stellt: „Wie konnte das geschehen – Deutschland zwischen 1933 und 1945“. Eine These des Buches, knapp zusammengefasst: Die Mehrheit der Deutschen folgten den Nationalsozialisten nicht aus ideologischen Gründen oder weil sie auf rätselhafte Weise verführt wurden, sondern zunächst profitierten viele von auf Pump und durch Raub finanzierte Sozialleistungen oder weil sie bedingt durch die Judenverfolgung beruflich aufsteigen konnten. Später – vor allem seit dem Angriff auf die Sowjetunion – wurden viele zu Mitwissern und Mittätern der Greuel. Todesfurcht wurde dann zur Motivation für den sinnlosen Kampf bis zum Ende.

Die Ausführungen von Aly – unter anderem mit einem interessanten Bezug zu Celle – und vielen anderen Facetten machen Lust auf weitere Lektüre des Buches.

Die Veranstaltung des Stadtarchivs Celle fand statt in Kooperation mit den Celler Museen, der Jüdischen Gemeinde Celle e.V., dem Projekt »Perspektiven gegen Antisemitismus« und der vhs Celle.

Götz Aly: „Wie konnte das geschehen“
S. Fischer Verlag, 768 Seiten, 34,-
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